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Reisetagebuch
st. petersburg, 12. Juni 2010

bin gut in petersburg angekommen, abgeholt worden und soweit hat alles gut geklappt. bin erst 6 stunden hier aber koennte schon ein buch schreiben schaetze ich... meine familie hat mich bisher noch nicht vom hocker gerissen, sie scheinen sich nicht besonders um ihre mitbewohner zu kuemmern. meine russischkentnisse sind fuer die familie ausreichend, fuer die strasse brauche ich noch etwas uebung ;-) als ich angekommen bin war der alte gerade am staubsaugen und hat den staubsauger noch nicht einmal abgestellt sondern nur gerade in mein zimmer gezeigt, welches zum glueck rel. gross ist. jedoch ohne schrank, werde daher also 2 monate aus dem koffer leben falls ich es solange hier aushalte. hier herrscht der groesste dreck den ich je in meinem leben gesehen habe. es lebt alles. mein gastvater hat mir kurz nach meiner ankunft dann noch etwas gekocht - aus einer pfanne die aussieht als ob sie das letzte mal vor lenin gewaschen worden waere und das essen war auch so. nachdem ich ihm den schweizer kaese gegeben habe als geschenk, gab er mir grusinischen kaese neben eine wurst-egg-mischung die in irgendeiner milch schwamm und legte den kaese auch noch in die sauce. mmhhh... das bad ist icht zu beschreiben, dafuer musste mal zuerst einmal woerter kreiren, bin also froh hab ich badetuecher und seidenschlafsack selber mitgenommen. alles sehr sowjetisch, auch auf der strasse. es regnet seit ca 3 stunden, vorher war es schoen, jetzt aber komplett trostlos. es ist aber immer noch hell, die sonne ist jetzt langsam am untergehn.
ich habe zum glueck noch meine vorbewohnerin getroffen, eine schweizerin, die hier heute rausgeworfen wurde, weil ich kam und sie musste jetzt fuer ihre letzte nach bei einer freundin unterkommen. sie kam mit der familie gar nicht klar und hatte vorher eine viel bessere, sie haben nicht mit ihr gegessen, mit ihr gesprochen, eigentlich gar nichts mit ihr gemacht. jeder sitzt fuer sich vor dem tv, jetzt auch, deswegen konnte ich jetzt schnell ans internet. war dann mit ihr und ihrer kollegin und ihrer gastmutter abend essen und etwas trinken, das war ok. ihre wohnung ist mega schoen, sauber, aufgerauemt... da lebt nicht alles wie hier :-) es пуре nichts ueber sich eingewoehnen :-) sie haben eine katze die aussieht wie ein monster und die ihr geschaeft uebrigens neben der toilette auf dem boden verrichtet und sie putzen es dann auf. irgendwann. dementsprechend sind die duefte etc. auf die kuс he werde ich jetz nicht weiter eingehn da einem der appetit sonst vergeht. der butter scheint einfach tag und nacht auf dem tisch zu liegen und da bedient sich jeder der mag. katze, schildkroete, menschen, kaefer... what else.

St. Petersburg, 17. Juni 2010

Donnerstag, 17. Juni 20106. Tag, marschrutkas und andere unvorhersehbarkeiten
werde langsam zum grosstadt-mensch, habe mich sehr gut eingelebt und trotzdem immer noch viele fragezeichen. mit der familie wird es langsam etwas besser, der dreck ist zwar immer noch aber anscheinend kann man sich irgendwie an die grösste saubude gewöhnen die man je gesehen hat, so ist dies auch in meinem fall. der alltag und die schule ist cool und überzeugend, bin sehr positiv von der schule überrascht. die lehrerinnen sind alle sehr nett, hilfsbereit und sie sind unheimlich motiviert, einem zu helfen. sie wollen uns wirklich etwas beibringen, denke ich. es herrscht keine unmotivierte rum-häng-stimmung, im gegenteil, der unterricht ist wirklich taff und schnell und wir lernen jeden tag etwa 50-80 neue wörter dazu, oder sollten wir zumindest. mal schauen wieviel davon noch im kopf bleibt. ich werde unterrichtet in grammatik und wortschatz, sowie konversation und phonetik, die ich von der uni her aber eigentlich schon ziemlich gut beherrsche. die klasse ist klein, 8 leute und man kommt viel zum reden und überlegen. es wird mir hier - auch wenn anfangs etwas daran gezweifelt - wohl kaum langweilig, weil wenn ich die schule ernst anpacken will, wird es viel zu tun geben am abend, wir haben viel hausaufgaben und deswegen wird wohl party und sight seeing nur am wochenende und am mittwoch, an meinem frei-tag, möglich sein. die "mensa" - wenn man den den ort der kulinarischen hochgenüsse dort so nennen kann, ist wahrscheinlich etwas besser als etwas, was man kurz vor dem verhungern essen würde, daher eigentlich besser als jede diät. eine wahre freude bietet einem auch jeden tag die kassierin, wenn sie einem anbellt mit "tchai s sacharom?" (tee mit zucker) und dabei die stimme gegen ende des satzes so bedrohlich hebt, dass einem angst und bange wird, dass sie einem gleich umbringt. und wenn man dann auch noch antwortet, dass man ihn gerne ohne zucker hätte, dann hat man sowieso schon verloren. allgemein kommt man hier am besten mit einem killer blick à la usbekischer schwerverbrecher durch, da fällt man nicht auf in der menge der bösen. am wenigsten auffällig gibt man sich mit mega high heels wie man sie in west-europa gar nicht kennt, einem rock der so kurz ist dass er bei uns am gürtel durchgehen könnte und mit einem finstren gesicht als ob man gerade die schlechteste nachricht des jahrtausends erfahren hätte.

das bus und marschrutki-system hab ich noch nicht ganz erlickt aber ich hoffe auf baldigen durchblick, wobei ich bezweilfe ob ich den jemals haben werde. marschrutki sind kleinbusse, die mit irgendeiner nummer versehen sind und irgendwelche leute aufladen, die dann irgendwohin fahren. man meldet dem fahrer, wo man gerne aussteigen möchte und dort hält er dann. habe diese transportmittel aufgrund meiner kaum dafür ausreichenden russischkentnisse noch nicht genutzt, da ich mir nicht sicher bin, ob ich da jemals ankommen würde, wo ich hin wollte. das bus-system funktioniert ungefähr ähnlich, nur sind die busse wenigstens angeschrieben, wohin sie fahren. das leben hier scheint eine allgemeine improvisation zu sein, wenn der bus ausfällt steigt man eben aus und läuft an die nächste haltestelle, wo man dann den nächsten verfügbaren bus nimmt, wenn man mitten in de kreuzung steht und es wird rot, dann werden die türen geöffnet und man steigt aus, bzw.in den verkehr ein. genauso wird gefahren mit offenen türen und da ich manchmal nicht die einzige bin, die auf eine bestimmte busnummer wartet, und der bus einfach nicht kommt, habe ich langsam das gefühl, dass die busse willkürlich dann und dorthin fahren, wie der busfahrer das gerne hätte. so sieht man auch gar kein problem im fahren von anderen wegen oder umwegen, wenn man vor sich einen stau sieht. da ich mich bis jetzt nur auf irgendwelche punkte stützen kann, die ich kenne (kirchen, plätze, statuen...) , da keine busstationen ausgerufen werden, bin ich dann meistens etwas überrascht ob der kulisse, die sich mir bietet, wenn ich aussteige und keine ahnung habe, wo ich bin. so bleibt bis jetzt auch das busfahren jeden tag ein kleines abenteuer, wo man ankommt, wann man ankommt und ob man überhaupt ankommt. habe trotzdem angefangen, in busse zu steigen, bei denen ich nur ungefähr weiss, wohin sie fahren, weil dann bin ich meinem ziel vielleicht schon ein kleines bisschen näher. und dann wird weitergeschaut.
mit meiner familie geht es bergauf, ich habe den wunsch geäussert, mit ihnen zu essen wenn sie mal zuhause sind und habe heute abend auch mit der grossmutter essen und reden können. trotzdem scheint die russische sprache in einem winkel zu sein, der mein gehirn nicht ganz erreichen kann, je länger ich es lerne desto mysteriöser und schwieriger scheint sie mir. den alltag aber kann ich mit meinem wortschatz ohne weitere mühe meistern und wenn ich sie nicht verstehe dann kann es mir eigentlich auch ziemlich egal sein.
morgen und übermorgen steht party an, mal schauen wie das wird, die ganze nacht im hellen, wenn ich warten muss bis zum morgengrauen, damit sich die brücken über der newa wieder öffnen und ich dann über den fluss kann...

St. Petersburg, 22. Juni 2010

Dienstag, 22. Juni 2010Peterhof, Party und die Unmöglichkeit, die Russische Sprache jemals zu beherrschen
Je länger ich hier bin, desto frustrierender wird für mich das lernen der russischen Sprache. Vielleicht ist es aber auch nur deshalb, dass ich in einem zu hohen Kurs eingestuft worden bin, aber von der Grammatik her bin ich eigentlich im richtigen level... wir sind jetzt am abklären ob mariev und ich eine stufe tiefer sollen oder nicht. das problem sind die lektüre und die media-stunden, ich denen wir wirtschaftspolitische texte lesen, bei denen ich ausser konjuntionenn wie "und,aber und deshalb" kein einziges wort verstanden habe. deshalb war der gestrige tag zeitverschwendung und auch ansonsten kann ich leider nicht viel mitnehmen. wir werden überschwemmt von ausdrücken, redewendungen und täglich ungefähr 80 wörter, die wir einmal verwenden und dann nie wieder. die anderen in der klasse verstehen zwar nicht mehr, doch scheint es sie nicht zu stören. da ich jedoch wegen der sprache hier bin, stört mich der null-progress extrem und ich habe keinerlei profit. die lehrerinnen sind super, sehr motiviert und der unterricht wäre gut, er ist leider einfach nicht auf unserem niveau. sie scheinen auch nicht abgesprochen zu sein untereinander, dass man ein thema in der grammatik vom theoretischen aspekt her lernen könnte und dann in der lektüre und im wortschatz-unterricht sich das nötige voci aneignet und in der media-stunde darüber redet. es wird munter gehüpft von der heidnischen hochzeit vor 200 jahren zur wirtschaftslage im jahre 2010 und den präsidentschaftswaheln im frühling 2012 und streift dabei noch irgendwelche slang-gossip-konversationen und die 15000 bedeutung vom wort "menjat' " (wechseln). so können wir wirklich aus keiner stunde auch nur irgendetwas wiederholen und daher weiss ich am ende des tages nicht einmal mehr 10 wörter. ich werde zunehmends frustrierter und unmotivierter, ich passe auch nicht mehr besonders auf, da ich ja nichts verstehe, was sie erzählen. da die anderen auch nichts verstehen, hoffe ich, dass sie das niveau etwas herunterschrauben werden, ansonsten wechsle ich die klasse. lese lieber einfachere texte, dafür verstehe ich sie und habe ein partielles erfolgserlebnis. zudem unterrichten sie uns über themen, die wir absolut nicht brauchen können im alltag; ich musste mir selber aneignen was "er ging weg von zu hause" und "er kam nach hause" heisst, aber im unterricht lerne ich dann wörter wie "staatsbudget" und "hochzeitsnacht". die prioritäten scheinen etwas falsch gesetzt zu sein. ansonsten gefällt es mir aber sehr gut, mit lächeln wenn ich etwas nicht verstehe, komme ich ganz gut durch und ich hatte bisher noch keine grössere probleme, mich zu verständigen und irgendwie geht alles so wie man es will. so zB war heute das "domofon", das haus-telefon unterbrochen worden und ich konnte nicht klingeln und stand draussen im regen, als zum glück gerade eine frau aus meinen block nach hause kam und sie mir die türe öffnete. ein eigener schlüssel wäre wirklich nicht das schlechteste.
ich habe ihn aber immerhin für das wochenende bekommen, als pavel aus moskau kam und wir am abend feiern gingen. die clubs sind toll, sie bieten einem eine stripshow, die in westeuropa als porno durchgehen würde und die leute im club gehen ganz schön ab. cooler sound, schöne frauen und gepflegte männer, die zumindest halbwegs gut angezogen waren. auf der strasse findet man sonst ja wirklich nichts. die demografische lage hier wird als katastrophe bezeichnet, da auf 10 frauen ungewähr 1-3 männer gezählt werden können. der krieg hat die männer ausgerottet, dazu kommen ein unglaublicher starker alkoholismus, autounfälle, drogenabhängige und sonstige lebenskrisen, die zu bewältigen sind, die die männer jedes jahr zahlreich sterben lassen. es wird einem plötzlich klar, warum die frauen extrem jung (ca 20-22j) heiraten, sich immer toll anziehen und immer umwerfend aussehen; sie sie sind krampfhaft auf der suche nach einem mann, der sie heiratet und mit dem sie eine familie gründen können. eine frau gilt als fast gleichgestellt mit einer prostituierten, wenn sie nicht verheiratet ist/war. sie steht sich und ihrer karriere ohne ring am finger im wege, deswegen gibt es hier keinen feminismus und eine "verbündung gegen die männer", sondern eine starke konkurrenz unter den frauen, wohingegen die männer sich wirklich gehen lassen können und trotzdem wissen, dass sie sowieso eine schöne frau bekommen werden. und diejenigen männer, die eine gute schulbildung genossen und nicht zu jenem prozentsatz von alkoholikern, drogenabhängigen und sonstigen vagabunden oder hooligans gehören, die sind aus diesem land schon lange verschwunden, da es hier keine arbeit gibt und die wirtschaft sich vom sowjetischen einfluss nur schleichend erholen zu scheint. so sehe ich jeden tag mindestend 5 hochzeiten von jungen leuten, die kaum aus ihrer teenager-zeit raus sind. die scheidungsrate nach einem jahr beträgt laut medien übrigens 70%. so macht für mich das bild der schönen, stöckelnden, angestrengt nach einem mann ausschau haltenden frauen, die so früh heiraten, plötzlich viel mehr sinn als noch vor gewisser zeit.

am samstag ging ich mit pavel mit dem tragflügelboot nach peterhof, dem "versailles von russland" und es war eines der schönsten sachen, die ich je gesehen habe. wir hatten etwas mühe, die tickets für das boot zu bekommen, da anscheinend der seeweg über den finnischen meerbusen plötzlich zugemacht wurde und die leute aber nicht informiert wurden. (wieso auch!? ... who gives a shit about passengers?) da wurde stark an meine geduld - die ja nicht gerade sehr geübt ist -appelliert und wir wurden dann belohnt und waren eine gewisse zeit später in peterhof. dort verbrachten wir einen herrlich relaxten tag im park, bei schönem wetter. es war eine sehr willkommene abwechslung zu dieser staubigen stadt. das wetter hier ist wirklich verrückt; wenn es regnet, dann als ob petrus-kovitch den wasserhahn auf "vollgas" gestellt hätte und man könnte statt der metro locker die flossen und die taucherbrille nehmen und in die stadt schwimmen. hört der regen hingegen auf, verstickt man schon nach kurzer zeit beinhahe am smog und irgendwelchem komischen blütenstaub, der immer noch wie schnee hoch in der luft herumgewirbelt wird. er sitzt einem in den poren, den kleidern, den treppenhäusern und gebäuden, klebt einem in augen, nase und wenn man spricht im mund und der luftröhre. wenn es hier nicht so oft regnen würde, die leute würden an lungentumor sterben. so ist ein regenguss (wenn er die luft nicht so unheimlich abkühlen würde) immer wieder willkommen, da es ansonsten unerträglich wäre. trotzdem ist auch der regen nicht gerade erfreulich aber man muss sich anscheinend daran gewöhnen.

nach 6 stunden in peterhof beschlossen wir dann, eine marschrutka zu nehmen, in der es auf einem raum von einem lieferwagen ungefähr 30 leute hatte und es mindest 35° grad heiss war dort drin. zudem standen wir wie sardinen in der dose, da sie schon voll war, als wir einstiegen und ich mich nirgends festhalten konnte. da hielten mich einfach 2 männer einer links, einer recht fest umklammenrt an meiner hüfte fest und so fuhren wir dann knapp eine stunde durch das middle of nowhere nach petersburg zurück. am abend gingen wir an die newa und warteten dort auf das schiff (alye parusa plus feuerwerk), das kommen sollte, aber die organisation war so schlecht dass die leute 3h warteten bis das schiff kam, wir sind in der zwischenzeit tanzen gegangen vor der eremitage und rumgelaufen... da wir uns noch die zeit bis am morgen durchschlagen mussten, bis die brücken wieder offen waren und bis der zug von pavel ihn wieder nach moskau zurück brachte, gingen wir noch in einen club und waren dort bis 5.30 morgens und ich war morgens um 7h nach 24h unterwegs wieder im bett.

das essen in dieser tollen mensa ist immer noch atemberaubend aber ich habe die hoffung, russisches essen lecker zu finden, aufgegeben da sie alles von spaghetti bis hin zu kartoffeln derart verkochen dass es zu babybrei wird und einem der appetit vergeht. habe ein paar mal gut gegessen, wenn meine grossmutter hier gut gekocht hat aber eben - nem magyar konyha! ausserdem wird meine klasse immer crazier und ausgeflippter und mariev und ich verstehen die anderen kaum, wenn die japaner reden, hört es sich an wie japanisch mit russichen wörtern, komplett anderst betont, dass r wird zu einem l und sie verschlucken dreiviertel der wörter sodass man sie nicht versteht, genauso mit den engländern, die auch alles verschlucken, was ja von der englischen sprache her auch nicht verwunderlich ist, und sie bringen auch kein hartes dentales rrrr zustande. heute ist noch einer dazugekommen, der aussieht wie ozzy osbourne (kein witz!!) und den wir - natürlich - nicht verstehen. die spanier sind am angenehmsten, die können ein normales r und l sagen und ihre sprache erlaubt ihnen, ein wort von anfang bis ende buchstabe für buchstabe auszusprechen und nicht die hälfte der wörter unserer freien interpretation und fantasie zu überlassen.
das interessante an der russischen sprache sind und bleibt wohl das unergründliche rätsel der präfixe. so haben sie für ein wort (wir haben menjat' = ändern, wechseln, genommen) ungefähr 10-15 präfixe, die das wort je nach kontext verändern. dabei wird aber noch unter smenjat', pomenjat' und peremenjat' professiju unterschieden ob man den job wechselt, weil man ihn langweilig findet (smenjat') oder ob man den job in eine komplett andere branche einordnen kann (pomenjat') oder ob man von der versicherung lediglich zur bank verchselt und daher sagt, dass man den beruf peremenjat'. wo findet man sonst schon so eine sprache? die nuancen gehen von weiss über weiss-weiss-weiss-hellgrau zu weiss-weiss-hellgrau zu weiss-hellgrau zu weiss-weiss-weiss-weiss-grau etc etc etc weiter bis man am schluss bei dunkel-dunkel-dunkel-braun-schwarz angekommen ist. so ungefähr kann man sich das vorstellen und je tiefer man in diese sprache einblick bekommt, desto unergründlicher einscheint sie einem. nach dem frust, sich mit solchen feinen unterscheiden einfach nicht anfreunden zu können, werden wir dann aber belohnt, wenn unsere lehrerin, eine wahre drama queen, ihre gitarre hervornimmt, eine kerze anzündet, das licht löscht und uns nach einer langen erzählung über die russische geschichte, ein melancholisches lied vom krieg vorsingt, während der regen an die scheiben schlägt.

morgen werde ich mit mariev nach zarskoje zelo fahren und dort den katherinenpalast sowie das bernsteinzimmer und das puschkinmuseum besichtigen, hoffen wir auf gutes wetter...

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St. Petersburg, 22. Juni 2010

Die Bilder findet ihr auf

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Fragen und Kommentare

 
Kommentar von Sonja, geschrieben: 29.6.2010, 10:49 Uhr
Hey Csilla!
Danke für deine Tagebucheinträge! Es ist echt interessant für mich, deine Erlebnisse zu lesen, weil ich letzten September und Oktober genau in der selben Gastfamilie war wie du :)
Ich musste so lachen, wie du die Wohnung, die Katze, die Russinnen und die Mensa (inkl. Verkäuferin) an der Uni beschreibst. Bei mir war es nämlich genau gleich. Naja, fast... Damals sah "mein" Zimmer ein bisschen aufgeräumter auf als auf deinem Foto, aber die 5 cm dicke Staubschicht unter den Schränken ist bestimmt noch (oder wieder?) dort ;)
Die Familie hat auch nie mit mir gegessen, dafür haben mir Irina und Lena manchmal bei den Hausaufgaben geholfen. Wenn du sie fragst, helfen sie dir bestimmt gerne!
Wie lange bleibst du noch dort? Wo machst du eigentlich deinen Labour Service?
Ich wünsche dir noch viel Erfolg beim Russisch lernen und eine tolle Zeit in St. Petersburg und freue mich auf weitere Tagebucheinträge :) Ich vermisse die Stadt echt...

liebe Grüsse
Sonja

 
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Csilla
Labour Service in St. Petersburg - Sommer 2010

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